Die Evangelische Akademie Tutzing hat an ihrer Seite einen Freundeskreis: Mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürger begleiten und unterstützen ehrenamtlich die Bildungsidee der Akademie. Sie laden zu Bildungserlebnissen ein, initiieren gesellschaftliche Debatten und ermöglichen Meinungsbildung, unternehmen Reisen an ungewöhnliche Orte und pflegen Freundschaften, genießen die bereichernde Verbindung zur Akademie und stärken die Demokratie. In Landshut hat sich das Format der Sonntagsvorlesungen etabliert.


„Deutschlands Sicherheitspolitik im Umbruch


Chancen und Herausforderungen“


© Hardy Ruß
© Hardy Ruß

„Sicherheit ist wie Sauerstoff – man merkt sie erst, wenn man sie zu verlieren beginnt, aber sobald das passiert, denkt man an nichts anderes mehr.“ schrieb der US-amerikanische Politikwissenschaftler Joseph Nye bereits 1995. Dementsprechend erfahren sicherheits-politische Themen aktuell eine lange nicht gekannte Aufmerksamkeit.

Der Vortrag „Deutschlands Sicherheitspolitik im Umbruch – Chancen und Herausforderungen“ beleuchtet die tiefgreifenden Veränderungen der deutschen Sicherheitsarchitektur im Kontext des Ukrainekriegs seit 2022 und der geopolitischen Verschiebungen der vergangenen Jahre. Dabei wird auch der Einfluss der Politik unter Donald Trump auf das transatlantische Bündnis und die sicherheitspolitische Eigenverantwortung Deutschlands eingeordnet.



 Im Fokus stehen aktuelle Reformen wie die Einrichtung eines Nati-onalen Sicherheitsrates sowie die strategische Neuaufstellung

der Bundeswehr. Dabei werden zentrale verfassungsrechtliche

Grundlagen, wie der Verteidigungsauftrag des Grundgesetzes und jüngere Rechtsänderungen im Zuge der „Zeitenwende“, verständlich erläutert und kritisch diskutiert. Der Vortrag zeigt auf, welche politischen Spielräume bestehen, wo rechtliche Grenzen verlaufen

und welche Chancen sich für eine nachhaltige und verantwortungs-bewusste Sicherheitspolitik Deutschlands eröffnen.

Referent: Prof. Dr. Heiko Meiertöns, Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung -Fachbereich Nachrichtendienste

Termin: Sonntag, 14.06.2026 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR

 

 



Interview mit Prof. Dr. Heiko Meiertöns, Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung Fachbereich Nachrichtendienste

 

 

 

Frage: Herr Professor Meiertöns, Sie sprechen von einem "Umbruch" - was hat sich seit dem Ukrainekrieg 2022 in der deutschen Sicherheitspolitik am grundlegendsten verändert?

 

- Vor allen Dingen hat sich die wesentlich größere öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema geändert. Deutsche Sicherheitspolitik war vorher weniger auf Landes- und Bündnisverteidigung ausgerichtet, sondern auf Auslandseinsätze und Terrorismusabwehr. Das waren aber latent Gefahren, die gefühlt weit weg waren. Das Gefühl einer sehr viel unmittelbareren Bedrohung hat hier die Prioritäten verschoben.

 

Streitkräfte und Sicherheitsbehörden werden in Deutschland - traditionell  ja auch aus gutem Grund - zunächst selbst als potentielle Gefährdung angesehen, die man deshalb möglichst streng einhegen und kontrollieren muss. Das kann man aber natürlich an einen Punkt bringen, wo der eigentliche Auftrag zu drastisch eingeschränkt wird und kaum noch zu erfüllen ist.

 

Diese Änderung wirkt sich im Sicherheitsrecht übergreifend aus. Das Verständnis, dass es erforderlich ist, kämpfen zu können um nicht kämpfen zu müssen, hat sich sehr viel breiter durchgesetzt.

 

 

 

Frage: Ist die von Olaf Scholz ausgerufene "Zeitenwende" aus Ihrer Sicht tatsächlich umgesetzt worden oder bleibt sie bislang eher ein politisches Versprechen?

 

- Mit dem Begriff "Zeitenwende" in seiner Rede im Bundestag am 27. Februar 2022 hat Olaf Scholz ja weniger ein politisches Programm aufgestellt, sondern einfach einen grundlegenden Wendepunkt in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik , den wir mit dem russischen Vollangriff auf die Ukraine erlebt haben, zutreffend beschrieben.

 

Der Begriff ist aktuell aber sicherlich überbenutzt und es gibt viele Leute in der Bundeswehr und Sicherheitsbehörden, die das Wort nicht mehr hören können, weil diverse Maßnahmen als "im Zuge der Zeitenwende" begründet oder bezeichnet werden, ohne dass sie sich in deren Dienstalltag manifestieren.

 

Der grundsätzlich Übergang zu einer wehrhafter ausgerichteten Außenpolitik ist erfolgt, aber der Prozess ist sicherlich noch lange nicht abgeschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

 



Frage: Die Bundeswehr soll gestärkt werden: Wo sehen Sie aktuell die größten Lücken - und wie schnell lassen sie sich realistisch schließen?

 

- Die Bundeswehr war, wie das der damalige  Inspekteur des Heeres Generalleutnant Alfons Mais am Tag des russischen Vollangriffs formuliert hat "mehr oder weniger blank".

 

Lücken bestehen beim Personal und Material. Fragen nach der Personalgewinnung berühren ganz grundsätzliche Fragen der Wehrform, also Freiwilligenarmee oder Wehrpflicht?

 

Was das Material angeht, fehlt Deutschland teils nicht nur an Ausrüstung, sondern schon an Produktionskapazitäten. Viel ist einfach in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht nachgefragt worden und im Manufakturbetrieb produziert worden. Nehmen Sie Munition als Beispiel. Um die zur Unterstützung der Ukraine erforderliche Artilleriemunition produzieren zu können, musste erst eine Fabrik errichtet werden,  die schließlich im Sommer 2025 in der Lüneburger Heider eröffnet hat. Hinzu kommen rechtlich sehr, sehr komplexe und lange andauernde Beschaffungsvorgänge.

 

Wesentliche und wichtige Schritte zur Umsetzung sind hier gemacht, aber zeitnah werden aufwendige Beschaffungsvorgänge nicht abgeschlossen werden.

 

 

Frage: Deutschland diskutiert über mehr Eigenverantwortung und einen Nationalen Sicherheitsrat: Brauchen wir diese stärkere sicherheitspolitische Eigenständigkeit - auch unabhängig von der NATO?

Da die NATO zentral von den USA getragen wird und deren Engagement durch die aktuelle US-Administration fortlaufend in Frage gestellt wird, ist es sicherlich notwendig stärker eigenständig zu werden.

Kurzfristig ist Eigenständigkeit nicht zu erlangen. Das gilt nicht nur für Deutschland sondern auch die europäischen Partner. Der EU-Vertrag bietet hierfür zwar eine Regelung in Art. 42 (7) an, aber die Organisation hat einen anderen Schwerpunkt.  Das erfordert auch national auf größere Eigenständigkeit ausgerichtete Entscheidungsstrukturen zu schaffen, wobei der Nationale Sicherheitsrat, wie er im vergangenen Jahr eingerichtet wurde, nur ein Baustein einer ganzen Sicherheitsarchitektur sein kann. Zudem ist der Nationale Sicherheitsrat aktuell noch sehr weit von seiner vollen Leistungsfähigkeit entfernt.

Frage: Persönlich gefragt: Was hat Ihr eigenes Interesse an Sicherheits- und Verfassungsrecht geprägt?

Was Sicherheits- und Verfassungsrecht so interessant macht, ist, dass es sich um ein, wenn man so will, sehr "dramatisches" Rechtsgebiet handelt . Wie der  (übrigens von 1808 bis 1810 in Landshut tätige) Rechtsprofessor Friedrich Carl von Savigny es formuliert hat, ist Recht "das Leben des Menschen selbst, von einer besonderen Seite angesehen". In meinem Rechtsgebiet geht es immer um sehr viel.  Es geht nicht darum, ob jemand einen Bußgeld für Falschparken bezahlen muss oder jemand seine Miete mindern darf. Bei aller Relevanz dieser Themen geht es im Sicherheitsrecht um sehr Grundsätzliches und letztlich auch um Fragen von Leben und Tod.  Wann mein Interesse daran genau begonnen hat, könnte ich gar nicht sagen. Von der Generationenzugehörigkeit her bin ich sicherlich durch das Ende des Kalten Krieges politisiert worden. Prägend war aber sicherlich mehr als nur ein Ereignis. Mir fallen gleich mehrere Lehrveranstaltungen in meinem Studium ein, die dazu wegweisend waren. Im Sommersemester 2000, also über ein Jahr vor dem, 11. September, habe ich an der Universität Göttingen eine völkerrechtliche Seminararbeit zum Thema "USA und Gewaltanwendung zur Selbstverteidigung" geschrieben. Damals haben mich Kommilitoninnen und Kommilitonen gefragt, ob das denn wohl noch irgendeine Relevanz habe. 25 Jahre später hat sich das Thema als zeitlos erwiesen.



Apokalyptik und Amerikas Tech-Milliardäre


eine unheilige Allianz?


Georg Pöhlein/FAU
Georg Pöhlein/FAU

Die Vorlesung nimmt die apokalyptische Gedankenwelt im Umfeld der US-amerikanischen Tech-Milliardäre in den Blick, identifiziert apokalyptische Elemente darin und arbeitet Aufnahmen und Transformationen gegenüber apokalyptischen Traditionen im Christentum heraus.

 

 



Prof. Dr. Lisanne Teuchert ist seit Oktober 2024 Professorin für Systematische Theologie I/Dogmatik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach dem Studium in Erlangen, Bochum und Heidelberg schloss sie Promotion und Vikariat in Augsburg an. Zu den Schwerpunkten ihrer Forschung gehört die Eschatologie, insbesondere Theologien des Gerichts.

Referentin: Prof. Dr. Lisanne Teuchert, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen

Termin: Sonntag, 26.07.2026 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR

 



Zwischen Wurzeln und Wandel


Kirche neu denken mit dem Blick in den Wald


@madebyselina 
@madebyselina 

Was können wir von unseren Wäldern lernen, wenn es um die Zukunft der Kirche geht?

Ein Blick in die deutsche Forstwirtschaft zeigt: Wer heute Wälder pflanzt, denkt nicht mehr nur an morgen – sondern an die kommen-den Jahrzehnte voller klimatischer Veränderungen. Statt Mono-kulturen entstehen gezielt Mischwälder. Sie sind widerstandsfähig, anpassungsfähig und voller Leben. Mit kluger Pionierbepflanzung, durchdachter Artenvielfalt und innovativen Pflanztechniken werden Wälder gestaltet, die auch unter unsicheren Bedingungen bestehen können.

Genau hier setzt unsere Veranstaltung an.

Was wäre, wenn Kirche ähnlich denken würde?

Zwischen gewachsenen Wurzeln und notwendigem Wandel eröffnet sich ein Raum, in dem Kirche Zukunft gestalten kann – nicht aus Angst, sondern aus Hoffnung. Der Wald wird dabei zur kraftvollen Metapher: für Vielfalt statt Einseitigkeit, für Resilienz statt Starre, für mutige Schritte in unbekanntes Terrain.

Gemeinsam wollen wir entdecken:

  • Wie „Mischkultur“ auch Kirche stärken kann.
  • Warum Pionierpflanzen ein Schlüssel für Erneuerung sind.
  • Welche „Pflanztechniken“ es braucht, damit Kirche in Zukunft trägt.
  • Wie wir mit klarem Blick und Zuversicht auf kommende Veränderungen reagieren können.


Mit dabei ist Daniela 'Jele' Mailänder, Referentin für missionale Kirchenentwicklung bei midi – der Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung in Berlin.

Sie gehört zum Leitungsteam der deutschsprachigen Kirche Kunterbunt-Bewegung – einer der dynamischsten missionale Aufbrüche unserer Zeit –, hat die Fresh-X-Bewegung in Deutschland mit aufgebaut und vielfältige Innovationsprozesse begleitet, unter anderem im Rahmen der MuT-Initiativen der ELKB.

 

Seien Sie dabei – zwischen Wurzeln und Wandel.

 

Mit ihrer Erfahrung und Leidenschaft nimmt sie uns mit hinein in die Frage:

Wie kann Kirche heute so gestaltet werden, dass sie morgen noch Leben hervorbringt?

 Diese Veranstaltung lädt ein zum Perspektivwechsel:

Vom Wald lernen. Für die Kirche denken. Zukunft gestalten.

Referentin: Daniela Mailänder, Referentin für missionale Gemeindeentwicklung mit Schwerpunkt Kirche Kunterbunt und MUT der ELKB

Termin: Sonntag, 20.09.2026 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR



Mit Asterix und Obelix ins Heilige Land.

Ein Comic-Spaziergang zum 100. Geburtstag von René Goscinny


Referent: Pfarrer Christoph Hilmes

Termin: Sonntag, 18.10.2026 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR

 



Leider schon vorbei....


Gesellschaft und Wirtschaft im Widerstreit?


Wohin geht die Reise im 21. Jahrhundert?


In seinem Vortrag beleuchtet der Wirtschaftswissenschaftler das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Wunschvorstellungen und wirtschaftlichen Sachzwängen und fragt, ob und wie sich dieses Verhältnis moderieren lässt. Anhand verschiedener Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle – von Kapitalismus und Sozialismus über die soziale Marktwirtschaft bis hin zu aktuellen Entwicklungen in den USA – zeigt er auf, wie Macht, Märkte und Demokratie zusammenhängen.

 

 

 

 



Zur Sprache kommen dabei auch Spieltheorie, Ordnungsökonomik sowie weniger bekannte Ansätze wie „Austrian Economics“, „Property Rights Theory“, „Evolutorische Ökonomik“ und „Innovation Economics“. Der Abend verspricht einen kompakten Ritt durch zentrale Strömungen des ökonomischen Denkens im Spiegel der gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.

Referent: Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Entrepreneurship an der OTH Regensburg

Termin: 19.01.2026, 19:00 Uhr

Ort: Gemeindehaus der Erlöserkirche, Konrad-Adenauer-Str. 14

Kosten: 5,- EUR



das waren die Veranstaltungen 2025


„Frieden für alle!“ – Krieg und Kirche in Russland


Die Medien berichten von drakonischen Maßnahmen gegen Kriegsgegner in Russland. Vor allem junge Menschen haben das Land verlassen, andere ziehen sich durch innere Emigration zurück. Öffentlich darf nur von einer „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen werden. Welche Rolle kann eine Kirche in einer solchen Situation übernehmen? Der Vortrag soll aus eigener Erfahrung im Russland der 90-er Jahre sowie aus gesammelten Nachrichten zum kirchlichen Bereich Einblicke in das Spannungsfeld von Krieg und Kirche in Russland geben.

Referent: Dr. Wenrich Slenczka, Dekan in Würzburg

Termin: 03.02.2025, 19:00 Uhr

Ort: Gemeindehaus der Erlöserkirche, Konrad-Adenauer-Str. 14

Kosten: 5,- EUR



Der Referent war im Studienjahr 1991/92 war er als Austauschpartner der EKD an der Geistlichen Akademie der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) in St. Petersburg. Nach dem Vikariat in München trat er 1995 seinen Probedienst an und ging dafür wieder nach St. Petersburg. Er war Ausbildungsreferent und Theologischer Referent an der Bischofskanzlei der Evangelisch Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten (der ehemaligen Sowjetunion). Als solcher war er auch für ökumenische Kontakte zur ROK und anderen Kirchen zuständig.

1999 kehrte er zurück nach Deutschland und hat als Gemeindepfarrer in Manching (DB Ingolstadt) viel mit Spätaussiedlern gearbeitet. Von 2010-2020 war er Dekan in Weiden i.d.OPf. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland ist er in der landeskirchlichen Arbeit für Osteuropa tätig.



Alltagsglück - wie wir (wieder) zufriedenheit finden


Fotograf: Julius Erler
Fotograf: Julius Erler

Was hilft, wenn das Leben nur noch aus dem Abhaken von Verpflichtungen besteht? Wenn es vorbeirauscht und uns unzufrieden und leer zurücklässt? Laufen, Lernen, Lieben, Lachen, die vier Ls, können ein Anfang sein. Autor Titus Müller beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage nach dem Alltagsglück. Mit seinem Vortrag weckt er das Staunen in uns und lädt ein zur Kraft der leisen Töne, des Hineinlauschens in den Tag. Er lädt ein zur Neugier auf das Leben, zum Reisen, zum Hinsehen. Denn das Glück steckt oftmals in den unscheinbaren Dingen: In der Schönheit eines Tautropfens, in dem sich Sonnenstrahlen bündeln. Im strahlenden Lachen eines Kindes. Dem Geschmack einer reifen Himbeere, frisch vom Strauch. Wenn wir uns staunend über einen zart-weißen Schmetterling beugen, der an einer Blüte frühstückt. Es gibt viel zu entdecken.



Titus Müller veröffentlichte sechzehn Romane. Er lebt mit seiner Familie in Landshut. Seine aktuelle Trilogie um »Die fremde Spionin« brachte ihn auf die SPIEGEL-Bestsellerliste. Seit vielen Jahren schreibt er auch über das Staunen und die Freude an alltäglichen Dingen, so zum Beispiel in »Einfach mal spazieren gehen« oder in »Staunen über das Glück im Unscheinbaren«.

Referent: Titus Müller, Autor

Termin: 01.06.2025, 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR

 



„Wie wir werden, was wir sind“

die fetale Programmierung im Hinblick auf die Entwicklung chronischer Erkrankungen im Laufe des Lebens


Quelle: privat
Quelle: privat

Chronische Erkrankungen, wie z.B. Herzerkrankungen oder Diabetes, stellen nicht nur eine große Belastung für das Individuum sondern auch eine Herausforderung für unser Gesundheitssystem dar. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Grundstein hierfür bereits im Mutterleib gelegt wird. Stellt die sog. fetale Programmierung somit die Weichen für ein unausweichliches Schicksal?

Referentin: Prof. Dr. rer. nat. Judith Kluck

Termin: 27.07.2025, 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR

Die Referentin ist seit 2023 Professorin für Gesundheit, Schwerpunkt Maternity Care an der Hochschule Landshut. Seit 2010 ist sie Hebamme und freiberufliche tätig in der Schwangerenvorsorge, klinischer Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung.

 



Pflege im Alter – Herausforderungen und Perspektiven


Foto: Hochschule Landshut
Foto: Hochschule Landshut

Der Vortrag beleuchtet, wie die Pflege im Alter angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels gewährleistet werden kann. Neben der Analyse der aktuellen Situation werden Zukunftsperspektiven und politische Lösungsansätze vorgestellt. Dabei hinterfragt der Vortrag kritisch die oft beschworene Nicht-Finanzierbarkeit sowie die politischen Prioritäten und strukturellen Herausforderungen im Pflegesystem. Abschließend zeigt er, wie jeder Einzelne frühzeitig Vorsorge treffen kann, um im Alter gut versorgt zu sein.

Referent: Prof. Dr. Markus Kühnel, Professor für Soziale Gerontologie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut

Termin: 21.09.2025, 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR



Helene Schweitzer Bresslau - ein Leben für Lambarene


Quelle: privat
Quelle: privat

Auch wenn das gemeinsame Werk in Lambarene immer im Mittelpunkt ihres Lebens stand, verdient Helene Schweitzer Bresslau Aufmerksamkeit nicht nur als Partnerin Albert Schweitzers, sondern als eigenständige Persönlichkeit. Helene Schweitzer Bresslau gehörte zu den ersten Studentinnen in Deutschland und war als eine der ersten Sozialarbeiterinnen maßgeblich am Aufbau einer modernen Sozialarbeit in Straßburg beteiligt. In den 55 Jahren ihrer Freundschaft und Ehe mit Albert Schweitzer war sie ihm eine unentbehrliche Hilfe bei seinen philosophischen und theologischen Arbeiten. Ihr Anteil an seiner geistigen Entwicklung ist nicht zu unterschätzen. Der Aufbau des Spitals in Lambarene und die ersten Jahren in Afrika waren sicherlich der wichtigste Abschnitt ihres Lebens.



Darüber hinaus ist aber Helene Schweitzer Bresslaus Leben auch paradigmatisch für eine junge Frau aus dem assimilierten jüdischen Bürgertum. Es ist ein Spiegel der Zeitgeschichte, in dem nicht nur die geistigen und sozialen Auseinandersetzungen sichtbar werden, sondern auch die großen Brüche des 20. Jahrhunderts.

 

Dr.med. Verena Mühlstein, geb 1953, hat Medizin und Philosophie studiert. Von 1973 bis 1977 regelmäßige ehrenamtliche Mitarbeit im Albert Schweitzer Archiv in Günsbach. 2 Jahre als Ärztin im Krankenhaus tätig. Von 1988 bis 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arzneimittelforschung.

Autorin der im C.H.Beck Verlag erschienen Biographie „Helene Schweitzer Bresslau – Ein Leben für Lambarene“.

Außerdem Mitherausgeberin des Tagungsbands „Leo Baeck-Zwischen Geheimnis und Gebot“. Zusammen mit ihrem Mann Jan Mühlstein gehört sie zu den Mitbegründern der Liberalen Jüdischen Gemeinde Beth Shalom in München 

 

Referentin: Verena Mühlstein, Autorin

Termin: 12.10.2025, 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR



500 Jahre Täuferbewegung


Quelle: privat
Quelle: privat

Die Täuferbewegung stellt in Deutschland nur eine Minderheit der Christenheit dar. Im globalen Kontext sind die täuferischen Kirchen dagegen auf dem Vormarsch und haben vor allem im globalen Süden, aber auch in den USA oder in Osteuropa viele Millionen Mitglieder.

Jonathan Walzer studierte evangelische Theologie in München und Elstal. Seit 2023 ist er Pastor der EFG Landshut. An diesem Abend berichtet er über die Ursprünge der Täuferbewegung und die historische Entwicklung zu den heutigen Nachfolgekirchen, zu denen unter anderem Baptisten, Adventisten, Mennoniten, Pfingstler und FEGs gehören.

Referent: Pastor Jonathan Walzer, Kreuzkirche Ergolding / EFG Landshut 
Termin: 17.11.2025, 19:30 Uhr

Ort: Gemeindehaus Erlöserkirche Landshut, Konrad-Adenauer-Str. 14

Kosten: 5,- EUR


das waren die Sonntagsvorlesungen 2024


Zivilcourage verstehen –

Warum sie schwerfällt und was wir dagegen tun können

Zivilcourage – die Bereitschaft gegen beobachtetes Unrecht vorzugehen – gilt in unserer Gesellschaft als höchst wünschenswertes Verhalten, trägt sie doch zum Schutz Einzelner und zur Aufrechterhaltung unserer kollektiven Normen und Werte bei. Gleichzeitig fällt es uns aber oftmals schwer in entsprechenden Situationen zivilcouragiert zu handeln. Wie diese Diskrepanz zustande kommen kann, erörtere ich aus sozialpsychologischer Perspektive und zeige auf, wie dieses Wissen zur Förderung von Zivilcourage in unserer Gesellschaft verwendet werden könnte.

Referentin: Prof. Dr. Julia Sasse, Professorin für Allgemeine Psychologie und Medienwirkungen an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Ansbach.

Termin: 20.10.2024, 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR



Die Allianz des Misstrauens –

Verschwörungsglaube und rechte Esoterik


Inmitten vielfältiger Krisenlagen finden Verschwörungstheorien, esoterische Angebote und Reichbürgerideologie derzeit eine weite Verbreitung. Rechte Esoterik stößt auch in der sog. Freilerner-Szene auf Resonanz, da das Misstrauen bei manchen Eltern gegenüber staatlicher Bildungspolitik stark ausgeprägt ist. Wie kommt es zu Verbindungen zwischen Verschwörungsglauben und Esoterik?

Welche Vernetzungen und Querfrontstrategien lassen sich erkennen?

Der Theologe und Publizist Matthias Pöhlmann beleuchtet aktuelle Entwicklungen, analysiert die weltanschaulichen Hintergründe und gibt Orientierungshilfen aus christlicher Sicht.



Referent:  Dr. theol. habil. Matthias Pöhlmann, Kirchenrat und Landeskirchlicher Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungs-fragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche, Lehrbeauftragter für Religionswissenschaften an der LMU

Termin: 22.09.2024, 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR



Neue Konflikte, Populismus und Demokratie –


Herausforderungen für die Zivilgesellschaft


In einer von zahlreiche Krisen und Konflikten geprägten Welt sind politische Grundselbstverständlichkeiten ins Wanken geraten: das Vertrauen in Regierung und Parlament ist geschwunden; durch den Aufstieg populistischer Parteien wird das etablierte Parteiensystem erschüttert; die unzufriedenen Bürger werden durch immer neue Protestbewegungen mobilisiert. Die Demokratie und der gesellschaftliche Zusammenschalt scheinen durch neue Konflikte, Spaltungen und Polarisierungen gefährdet zu sein.
Der Vortrag will helfen, die derzeitigen politischen Turbulenzen besser zu verstehen und darauf angemessen zu reagieren. Zunächst werden die Ursachen für den Aufstieg des Populismus und das Entstehen neuer politischer Konflikte beschrieben;


 danach die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Zivilgesellschaft und auf das Verhältnis von Zivilgesellschaft und Demokratie; und abschließend die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Zivilisierung dieser Konflikte.

 

Prof. Dr. Grande vertritt die Auffassung, dass die Bildungspolitik im 21. Jahrhundert den Stellenwert bekommen muss, den die Sozialpolitik im 20. Jahrhundert hatte.

Sicherheit kann in einer so unsicheren und turbulenten Welt nicht mehr über kompensatorische Politiken alleine hergestellt werden, sie muss über Befähigung geschaffen werden. Das ist nicht nur Aufgabe des Staates allein. Hier besteht auch ein großer und zunehmender Bedarf für zivilgesellschaftliches Engagement.

Referent: Prof. Dr. Edgar Grande, deutscher Politikwissenschaftler

Termin: 14.07.2024, 11:30 Uhr

Ort: Christuskirche Landshut

Kosten: 5,- EUR