Die Poesie-Seite der kreativen Schreibwerkstatt


Auf dieser Seite stellen wir einige Textbeiträge vor, die Teilnehmer*Innen unserer kreativen Schreibwerkstatt zur Verfügung gestellt haben.

Wir wünschen Ihnen genauso viel Spaß und Freude beim Lesen, wie wir sie beim Schreiben hatten! 


ANNETTE BAUER

Ode an den Winterschuh

Oh, Du mein Winterschuh!

Wunderbar eingelaufen bist Du in all den Jahren,

schon viele Schnürsenkel gaben Dir ein immer anderes Aussehen,

Deine Sohle hinterlässt bis heute tiefe Spuren in Schnee und Matsch.

Deine Zuverlässigkeit ist unübertroffen!

 Oh, dass uns nie etwas trennen möge!


Die Tür

 

Mit einer Frage komme ich zur Tür.

Die Tür macht Eindruck.

Was sich dahinter wohl verbirgt?

Ich erfahre es erst, wenn ich hindurch gehe.

Ach so.

M-Quatsch

 

Mancher Mensch macht manche Sachen,

manche können drüber lachen.

Mancher merkt den Ernst der Stunde

meist erst in der letzten Runde.

 

Mädchen möchten gerne malen,

mischen dafür Farben viel,

manche nur verstehn das Spiel

mischen richtig, können strahlen.

 


 

Fadengedicht „Türen“

 Türen gehen zu oder gehen auf

Freiheit winkt oder Enge drückt

Türen öffnen, schließen auch:

Haus und Hof, Garten und Auto  

- oh wie viele Möglichkeiten!



 

MARTIN ULRICH

Zevenaar

 

Unter den hohen Tannen steh ich gern,

Dreh mich rundherum und blick gen Himmel fern.

Fühl ich mich getragen wie auf Händen?

Es müssen sein die starken Wurzeln dein,

Die mich halten im Versinken und Verenden.

Unter den Hohen Tannen steh ich gern,

Dreh mich rundherum und blick gen Himmel fern.


 

Fadengedicht

 

Ich habe keinen Plan gemacht!

Teuflisch, weil ich das doch so gern tu.

Unbeholfen werd ich ohne Plan dann sein.

Nein, s’ist das Leben, reich an Neuem!

Mein Gott, wie kann es interessant doch sein.

Nicht immer planen sondern spontan gelebt

Tanz ich ins Morgen frohgemut.

Teile meine Freude,

Entdecke Großes

Selbst im Kleinen.

Neugierde mich beschleicht.

Alliteration

 

Mancher mag meins,

Mancher mag auch deins,

Mancher mag manchmal aber nur seins.

Meinetwegen!

Müssen denn alle immer alles mögen?



 MELANIE SIEBERT

 

Tulpen im Schnee

Die Seele blüht auf

Zäh und bewundernswert

Sonne im Herzen

Frühling

 


Der Frühling sieht aus wie gelbe Forsythien mit bunten Ostereiern.

Er riecht nach Freiheit und fühlt sich wild und wunderbar an.

Er schmeckt nach Erdbeereis mit Sahne

und klingt wie lautes Vogelgezwitscher.

Frühling ist wie neu geboren werden.

Er weckt die Grünkraft in mir.

Ich muss tanzen.

Warum ist der Winter immer so grau?

 

 

 Distanz

Abstand halten

Wie lange noch?

Ich mag nicht mehr!

Frust

 

 


Der Winterschuh

"Liebe Trägerin, als dein Winterschuh wollte ich dir schon lange etwas sagen: Ich bin schön flauschig mit meinem weichen Fell und halte es für meine wichtigste Aufgabe, deine Füße immer warm und trocken zu halten. Dazu sehe ich sehr chic aus. Mit mir kann man sich sehen lassen! Aber ach, was für ein jämmerliches Leben muss ich führen. Unbeachtet steh ich nun schon den ganzen Winter in der Ecke. Dieser alte, schäbige und ausgelatschte Stiefel wird mir täglich vorgezogen. Auch ich habe ein Herz und fühle mich zutiefst vernachlässigt. Schau mich doch an. Eine schöneren Schuh wirst du nirgends finden. Ich sage dir, die Bequemlichkeit von Schuhen wird überbewertet. Aussehen ist schließlich alles!"

 


Elfchen

Meisenherz,

kleines Meisenherz

hängst fast unberührt.

Im Vögelein klopfst du,

Meisenherz

 HARALD KOLZE


M-Nonsens-Geschichte:

Meine Mädchen maulen Montagmorgens meistens:

"Mein Müsli matscht mit Magermilch!"

"Mein Magen mag Mandarinen mit Mandelmilch!"

Mia, Martha, Melanie meinen:

"Mutti, mach mal Menüvorschläge!"

 

Meinetwegen:

Meeresfrüchtesalat mit Mayonnaise;

Minestrone mit Makkaroni;

Mastochsenbrust mit Meerrettichsauce, Mairübchen, Matschkartoffeln; Makrele mit Meersalz, Maiskolben, Mischsalate; Mascarponecreme mit Mandelsplitter;

Marzipanmakronen mit Marsalawein.

 

"Mensch Mutti! Maximales Monster-Menue! Mega...!!!

Manchmal machen mir meine Mädels mächtig Mut:

Mahlzeit!


Telegramm

Ich warte immer - stop - bereit für Abschied - stop - oder Leben? - stop -

 



INGRID KELLNER

Haiku

Die Amsel flötet

Das Rotkehlchen tirilert,

Der Frühling ist da.


Waagrecht vom Wind geblasen

Treibt der Schnee am Boden dahin.

Der Frühling wird wieder zugedeckt

Und April lächelt zufrieden.

Sehnsucht:

Biergartenfreiheit im hellen Licht der Sonne,

Leute ringsum

reden und lachen und stoßen miteinander an.

 



So ist der Frühling!

Der Frühling sieht aus wie frisch tapezierte Welt. 

Er riecht grün und feucht vom Tau 

und fühlt sich an wie Samt und Seide. 

Er schmeckt nach Maibowle mit Waldmeister und klingt glockenhell. 

Der Frühling ist wie ein Versprechen! 

Frühling in mir, du machst, dass ich mich frei fühle

Ich lobe und preise dich, Frühling! 

Kann es was Schöneres geben?

DORIS BAUER



Gedichte von ANNA

Regen prasselt.

Leises Erzählen:

„Allerlei!

Ein Schatz am Regenbogen!“

Tipp – tipp – tapp.

Mancher mag es nachts zu munkeln –

mit den Freunden, ganz geheim.

Mancher sieht die Sterne funkeln

und geht morgens pfeifend heim.

Mancher merkt sich alle Zahlen

von des Liebsten Telefon.

 

Mancher tanzt auch mit dem Dackel

ganz beschwingt zum Grammophon.

Mancher singt nur Liebenslieder

von der Schönsten Herz und Brust.

Mancher liegt auch auf dem Sofa

und isst Kuchen gegen Frust.

Der Frühling sieht aus wie eine frische Farbpalette

riecht nach Bärlauch und Heuschnupfen

fühlt sich an wie Gras zwischen den Zehen

klingt nach Tanz in den Mai

ist wie frisch geputzte Fenster

Der Frühling in mir belebt und beschwingt

ich staune mit offenen Sinnen

Wann endet die Sockenzeit?



 Frühling

Ich sehe, dass der Frühling kommt.

Eine Verheißung auf lange, warme Tage.

Die Natur erwacht vom Winterschlaf.

Vergänglichkeit, das ist unser Leben.

 

Der Frühling

sieht aus wie ein Regenbogen

riecht ganz fein

fühlt sich weich an

schmeckt leicht süß

klingt zart

ist wie ein frischer Morgen.

Frühling in mir öffnet eine unbegrenzte Freude.

Ich singe und tanze,

was will ich mehr?

 

JOHANNA NOWAK



Haiku

Himmel klar und weit,

milchig-blau der Horizont,

versprichst Wetter-Hoch.

 


Die Veilchenwiese -

blau und weiß - unendlich zart -

Frühlings-Paradies !

JULIANE GRZIMEK

 

Mancher mag Musik

Manche mögen mehr Mädchen

Mancher mag mehr mich



    Mancher möchte gern im Leben

    mitten in der Masse sein.

    Mancher steht ganz gern daneben -

    ist lieber mit sich selbst allein. 

 

    Manchmal möcht' ich singen, tanzen,

    manchmal maulen gleich am Morgen.

    Meistens mach' im Großen - Ganzen

    ich den Garaus meinen Sorgen.

 

    Möchte mehr mit lieben Leuten

    mitten drin im Leben sein,

    mal ein kleines Glück mir auch erbeuten,

    möchte einfach fröhlich sein!

 

 CHRISTINE ERTL

  In der Natur

  laufe ich und heile.

 

  Warum ist das so?

  Mein Herz wird weit

  beim Anblick der Blumen und Bäume -

  beim Wechsel der Jahreszeiten.

 

   In der Natur

   laufe ich und heile.

 



PANTUN

 

Wo mein Herz ist, schlage ich Wurzeln

Je stärker die Liebe, desto fester der Halt

Wenn die Wurzeln vertrocknen, ziehe ich mit den Vögeln davon.

Dann wurzelt das Herz  in einer neuen Erde

 

Je stärker die Liebe, desto fester der Halt

Für den aufrechten Wuchs

Dann wurzelt das Herz in einer neuen Erde

Und findet Heimat

 

Für den aufrechten Wuchs,

eine hohe Krone im Licht

und findet Heimat

immer wieder neu.

 

Eine hohe Krone im Licht

Wo mein Herz ist, schlage ich Wurzeln

Immer wieder neu

Wenn die Wurzeln vertrocknen, ziehe ich mit den Vögeln davon.

 

ROSWITHA SCHAWILJE

Februar

bringt Wärme, Sonne.

Die Vögel zwitschern lauter.

Schneeglöckchen und Krokusse

strecken ihre Köpfchen durch den Schnee.

Jeder freut sich über diese Boten.

Der Frühling ist nicht mehr weit.

Endlich Licht und Hoffnung.

Das ist Februar

 

JOHANNA NOWAK