Gedanken zur Zeit

von Pfarrer Hans-Joachim Leßmann, Krankenhausseelsorger Landshut

30. Mai 2020


„Wir alle tun in dieser schwierigen Lage unser Bestes, um den Bedürfnissen und Nöten der uns anvertrauten Menschen gerecht zu werden.“ – So hat es ein Mitarbeiter im Krankenhaus formuliert. Freundlich, hilfsbereit, verständnisvoll, liebenswürdig … wird hier das  aufgefangen, was Menschen in dieser Zeit mit hereinbringen und was nicht immer einfach ist. 

Auch das, was lange (für die Stationären) an Sozialkontakten gefehlt hat. Mit beeindruckender Routine, Einsatz und Selbstverständlichkeit. Ein unaufgeregtes Modell in angespannter Lage. Vielleicht hat es mit Freiräumen zu tun, schafft auf alltägliche Weise Seele: was man nicht zählen, messen, verwerten … kann.

Auch darauf hin konnte, könnte die (un) freiwillige Muße führen, oder: Pause, zum Durchatmen. Vielleicht lockert sich mancher Druck, der schon vor dem Anfang beginnt, vorgeburtlich. Meist noch die Großeltern, die für etwas Gelassenheit im Leben des Nachwuchses sorgen. 

 

Im aufgelegten Gebetbuch der Kapelle St. Marien, Kinderkrankenhaus, gleich neben dem Schlaflabor, ist die Tage in wunderschön holpriger Kinderhand geschrieben: „Ich muss hier schlafen, weil ich nachts nicht schlafen kann, Herz, Sonne, Sebastian“.

 

Absolut logisch. Hier meldet sich Kinderseele bereits in der Sprache der Umwelt. Wünscht man, dass das „muss“ etwas kleiner werden kann.