Gedanken  zur Zeit

Von Dekanin Dr. Nina Lubomierski

20. April 2020


 

„Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage

so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht im Voraus,

damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen.“ 

 

 

Foto: Claus Zettl

Dies schrieb Dietrich Bonhoeffer 1944 aus dem Gefängnis. Seinem 75. Todestag haben wir vor wenigen Tagen gedacht.

 

Auch heute sind wir - die einen mehr, die anderen weniger – in einer Notlage. Vieles, was unser Leben ausmacht, geht im Moment nicht: Freunde treffen, in die Kneipe gehen, Verwandte besuchen. Vieles, was uns Sicherheit gibt, ist fraglich geworden: der Arbeitsplatz, die Gesundheit, Bewegungsfreiheiten. Wer und was gibt uns die Widerstandskraft, uns von den Umständen und unseren Ängsten und Sorgen nicht bestimmen zu lassen? Für mich es ist das Gebet.

Ich bete viel in diesen Tagen: für andere, die mich darum gebeten haben. Für die Menschen, die mir fehlen. Für die Welt und für mich. 


Bevor ich mit der Arbeit beginne, wenn ich die Kirchenglocken um 12:00 Uhr höre, wenn ich ins Bett gehe und zwischendurch. Noch wichtiger als sonst ist es mir, jeden Abend für drei Dinge zu danken. Und meistens bin ich so müde von den langen Tagen, dass ich schon beim zweiten Dank einschlafe. - Auch schön! 

 

Bleiben Sie behütet

Ihre Dekanin Nina Lubomierski